Im August 2019 unternahm ich meine zweite Reise nach Island; die erste liegt schon eine Weile zurück: 1996. Diese Reise sollte nun eine Studiosus-Wanderreise werden, und zwar für 10 Tage (Islandreisen sind teuer genug, das muss reichen). Die Reise fand vom 02.08.2020 bis 11.08.2020 statt.

Die Temperatur ging bei bedecktem Himmel bis 8 Grad hinunter. Zwei Jacken mitzunehmen, eine davon wasserdicht, erwies sich als eine gute Idee. Island ist, was das Wetter angeht, etwas schwierig, darf man sagen. Am Tage können sich Sonnenschein und verhangener Himmel, vielleicht auch ein Regenschauer, in kurzer Folge abwechseln. So schön, wie die Aufnahmen an den sonnigen Tagen gelingen, so drückend ist die Stimmung auf den anderen Bildern, teils mit so tief hängenden Wolken, dass die Berghänge halb abgeschnitten wirken.

Reiseverlauf

Diesmal habe ich die Reiseroute via OsmAnd und einem GPX-Zusatzmodul aufgezeichnet. Damit kann ich nicht nur genauer wiedergeben, wo wir entlang fuhren, sondern auch die Bilder leichter mit Orten verbinden.

gpx island0

Achtung: Wenn die Karte sehr langsam aufgebaut wird oder der Browser extrem langsam und hakelig wird, gebt eurem Gerät ein bisschen Zeit; es sind sehr viele Daten aufzubereiten.

GPS-Track (komplett)

 

Hier sind die Fotos von der Reise, eingeteilt nach Abschnitten, zu finden. Um die Bilder gleichmäßig aufzuteilen, habe ich die Abschnitte nicht nach Tagen, sondern nach Regionen eingeteilt.

thingvellir

Tag 1-2: Der Golden Circle ist die Standardtour für Island-Kurzbesuche. Östlich von Reykjavík sind die Glanzlichter der Insel in einem recht kleinen Umkreis zu finden: Þingvellir, Haukadalur mit den Geysiren und der eindrucksvolle Gullfoss. Wir besuchen anschließend eine Tomatenplantage, wohl die nördlichste ihrer Art.

 

gletscher

Tag 3-4: Im Süden der Insel sind ausgedehnte Lavasand-Felder zu sehen, Straßen, die sich 10 Minuten lang schnurgerade durch die Landschaft ziehen, Gletscher am Vatnajökull und Papageitaucher an der Küste. Besonders schön im Sonnenlicht: der Wasserfall Skógafoss.

 

osten

Tag 5-6: Der Osten bietet grandiose Ausblicke entlang der Küste. Wir fahren die Ostküste entlang bis Djúpivogur, dann am See Lögurinn entlang und machen eine ausgedehnte Wanderung zum Hengifoss hinauf. Übernachtung in Reyðarfjörður, dann geht es am nächsten Morgen zum Dettifoss im Nordosten.

 

see

Tag 6-8: An der Nordküste geht es vom Dettifoss aus weiter. Wir erreichen den Námafjall, einen aktiven Vulkan mit vielen Fumarolen und Schwefel überall - und dem entsprechenden Geruch. Wir übernachten in Akureyri, wandern am nächsten Tag auf den Hverfjall am Mývatn, und entspannen uns im Thermalbad. Am nächsten Tag brechen wir Richtung Reykjavík auf.

 

reykjavik

Tag 8-10: Wir erreichen Reykjavík. Die typischen Stationen Perlan, Hallgrímskirkja, Alþing, Seehafen und Harpa schauen wir uns noch am Nachmittag an. Am nächsten Tag führt uns unsere letzte Wanderung auf den Hausberg Úlfarsfell, am Abend folgt das Abschiedsessen, und früh am nächsten Morgen gelangen wir zum Flughafen in Keflavík.

 

Isländische Sprache

Viele kennen vom Isländischen beeindruckend lange und scheinbar unaussprechliche Namen; bekannt ist hier vor allem der Eyjafjallajökull. Tatsächlich ist das Isländische nicht viel schwerer als das Deutsche auszusprechen, und wir haben schließlich auch ziemlich lange Wörter. Ich habe bei den meisten Bildern, auf denen isländische Texte stehen, Übersetzungen in den Bildunterschriften stehen.

Eine ganze isländische Grammatik werde ich hier nicht aufführen, sondern nur so weit erklären, wie wir sie zum Lesen der Namen benötigen. Zunächst schauen wir uns das Alphabet an:

Vokale

Bei den Vokalen (a, e, i, o, u, y) muss man je eine Ausgabe mit Akzent und eine ohne Akzent unterscheiden (außer bei ö).

Ohne Akzent Wie im Deutschen
a a (an, hat)
e e, ä (es, fett)
i, y i (mit, Riss, Sinn)
o o (Topf, toll)
u ü (hübsch, frz. u)
ö ö (Töpfe, Köln)
Mit Akzent Wie im Deutschen
á au (lau, hau)
é je, jä (jetzt)
í, ý i (fies, Miete, Liebe)
ó ou (engl. low, no)
ú u (Mut, Fuß)

 

Die Vokalen mit Akzent unterscheiden sich durch die Aussprache, nicht durch die Länge, und sie sind auch nicht unbedingt betont. Im Deutschen sind die Vokallängen meist mit ihrem Klang verbunden; davon muss man sich lösen.

Doppellaute (Diphthonge)

Die Doppellaute unterscheiden sich vom Deutschen; andererseits haben wir auch nicht gerade erwartbare Aussprachen - oder weiß jemand, warum wir "eu" wie "oi" ausprechen?

Doppellaut Wie im Deutschen
æ ei, ai - nicht wie ä
au öi - nicht wie au
ei, ey äi - nicht wie ei

Konsonanten

Hier müssen wir auch zwischen einfachen Konsonanten und Konsonantengruppen unterscheiden. Ich werde hier nur die (deutlichen) Unterschiede zum Deutschen aufzählen; der Rest spricht sich gleich aus. Es gibt je nach umgebenden Buchstaben verschiedene Varianten, was ich hier der Kürze halber nicht ausführen möchte.

Konsonant Wie im Deutschen
nicht vorhanden c, w, q, z
b, d p, t (ohne Hauch)
f f, b
g g, k, j, ch
k k, kj
s ss, ß
v w
x (des Lo)chs
ð weiches th wie this
þ scharfes th wie thin
Konsonanten Wie im Deutschen
ll dl wie in Rad'l
hv kw oder qu(er)
rl rtl wie "r(ü)tt(e)l"
rn rtn wie "r(e)tt(e)n"
kj k(i)ch

 

(Klar, this und thin sind nicht deutsch, aber ihr kennt die beiden Wörter.)

Versuchen wir ein paar bekannte Beispiele:

  • Þingvellir: wie engl. "think" + "wettlir"
  • Reykjavík: "Räikcha-Wiek"
  • Haukadalur: "Höika"+"talür"
  • Hraun: "Hröin", "Chröin"
  • Hvað segir þú gótt? : "Kwath säjir thu gout?" (Wie geht es dir?)

Wortbildung

Noch ein paar Worte seien zur Wortbildung gesagt; wie oben betont, möchte ich keine vollständige Grammatik des Isländischen hier aufführen, zumal ich fast kein Isländisch kann. Es hilft aber ungemein, diese Punkte zu kennen, um sich die langen Begriffe besser einzuprägen und auch auszusprechen. Denn nur, wenn man einigermaßen weiß, was das steht, kann man es fehlerfrei wiedergeben.

Das Deutsche fügt Wörter nahtlos zusammen, um neue Begriffe zu bilden, etwa Apfelbaum aus "Apfel" und "Baum". Im Isländischen wird dies auch getan, aber manchmal werden die voranstehenden Wörter in den Genitiv gesetzt, sozusagen "Baum der Äpfel", in der Stellung "der Äpfel Baum".

Zur Betonung gibt es nur eine Regel: Immer ganz vorne. Pam-da-da-da. Auf der Eins. Egal, wie lange das Wort wird.

  • Þing - das Gericht, die Versammlung
  • Þingvellir - die Versammlungsplätze, das Versammlungsfeld
  • Þingvallavatn - der See (vatn) von Þingvellir (Genitiv -valla-)

Zum Schluss unser Lieblingswort. Probiert es Zeile für Zeile nachzuvollziehen.

  • eyjar - Inseln ("äijar"), vgl. deutsch "Eiland", "Norderney"
  • fjöll - Berge ("fjötl", das L am Ende möglichst tonlos, nur ein Zischen)
  • jökull - ein Gletscher ("jökütl"), auch hier das L am Ende nur zischen
  • eyjafjöll - Inselberge ("äija-fjötl"); vereinzelt stehende Bergkuppen
  • Eyjafjallajökull - der Inselberge-Gletscher (Genitiv -fjalla-), "äija-fjatla-jökütl"

So schwer war das jetzt nicht, oder? (Die deutsche Übersetzung ist sogar länger!)