Ein paar Wochen nach meiner Island-Reise ging es noch einmal los; diesmal sollte es etwas wärmer sein. Nachdem ich von früher schon die Azoren kannte, die Kanaren mein Reiseziel im Herbst 2016 waren, bliebt noch Madeira, also denn: Auf geht's nach Madeira.

Madeira ist bekannt für seine zerklüftete Landschaft, für seine zahlreichen Wanderwege, die nicht allzu schwer zu laufen sind, und für seine Blumen.

Nach den acht Tagen auf der Insel (wieder mit Sunwave) fällt mein Fazit ... durchwachsen aus, was bedeutet, dass es zwar ganz schön dort war, aber diese Reise nicht zu meinen Top 5 zählen dürfte. Acht Tage sind, denke ich, eine angemessene Reisezeit, aber länger hätte ich es nicht gebraucht. Ich weiß, dass viele Reisende begeistert von der Insel sind; Island gefiel mir persönlich besser. Ich werden in den Abschnitten noch etwas mehr dazu sagen.

(Das dürfte auch der Grund sein, dass ich es nicht allzu eilig mit diesem Reisebericht hatte; die Reise liegt schon zwei Jahre zurück.)

Wir waren im Hotel Royal Orchid in Caniço de Baixo untergebracht.

Hier sind die Fotos der Reise zu finden; ich habe die 8 Tage der Reise in vier Abschnitte gegliedert. Wie auch bei den anderen Reiseberichten sind einige Bilder nicht öffentlich sichtbar und erfordern einen Login.

Levada do Norte

Tag 1-2: Nach dem Anreisetag machen wir die erste Wanderung entlang einer Levada. Diese Kanäle dienen der Wasserversorgung und sind typisch für Madeira. Nachmittags kommen wir wieder am Hotel an, und es bleibt ein bisschen Zeit für Erholung, auch wenn das Wetter nicht so recht mitspielen will.

 

Funchal

Tag 3: Heute nehmen wir uns den ganzen Tag Zeit für die Hauptstadt der Insel, Funchal. Wir machen einen Spaziergang durch die Stadt, schauen uns den Stadtpark, den botanischen Garten und den Stadtmarkt an. Abends gibt es noch einen Poncha in einem Lokal.

 

Lavabad

Tag 4-5: Am vierten Tag fahren wir einmal quer über die Insel auf die Nordseite, wandern durch den Nebel und besuchen die Naturschwimmbecken bei Porto Moniz. Am nächsten Tag laufen wir im Nordosten eine weitere Levada ab, die Levada do Furado.

 

Curral das Freiras

Tag 6-8: Im Osten der Insel erwartet uns eine eindrucksvolle Wanderung an die äußerste Spitze der Insel, dem Ponta de São Lourenço. Der folgende Tag ist dann dem "Nonnenstall" (Curral das Freiras) als letztem großen Ausflug vorbehalten. Schließlich geht es an Tag 8 wieder nach Hause.

 

Videos

Zu dieser Reise gibt es auch ein paar Videos.

Fazit der Reise

Normalerweise erwartet man ja immer, dass die gerade beschrieben Reise "wunderschön" und "die beste" der Reisen gewesen sei, aber ich bin mal so ehrlich: Richtig gefallen hat es mir auf Madeira nicht; das brauche ich nicht noch einmal. Bevor sich der Tourismusverband und Tausende von Madeiranern beschweren: Das ist selbstverständlich nur eine persönliche Meinung.

  • So uneben wie diese Insel ist mir noch nichts untergekommen. Es gibt fast keine geraden Straßen, es geht entweder hoch oder runter. Wer im Bus Probleme mit Bewegungsübelkeit hat, wird sich hier nicht wohl fühlen. Das ist mir glücklicherweise nicht passiert und keinem anderen von uns.
  • Es ist praktisch auch unmöglich, die Beine entspannt zu vertreten; es gab in unserem Ort praktisch nur die eine Küstenpromenade, die man in gut einer halben Stunde abgelaufen ist. Woanders hin möchte man nicht laufen, denn - wie der erste Punkt sagt - es geht nur hoch oder runter, und selbst wenn man gut zu Fuß ist, artet der Spaziergang in ein Konditionstraining aus. Es geht schon nach Verlassen des Hotels steil die Straße nach oben, und als wir zum Restaurant gingen, musste man dort erst einmal verschnaufen.
  • Es gab auch keine Strände (außer dem einen in Machico). Madeira hat so etwas praktisch nicht; das ist ein riesiger Steinbrocken im Meer. So, und wenn man also nachmittags im Hotel ankommt, was bleibt einem dann zu tun? Vielleicht der Wellnessbereich im Hotel?
  • Als Hobbyfotograf möchte man gerne ein paar Landschaften mit Tiefe einfangen. Das ist auf Madeira an vielen Stellen kaum möglich, man schaut immer gegen irgendeine Felswand, einen Hügel, oder man steht im Wald. Aus dem Bus heraus konnte ich nur wenige Aufnahmen machen: Auf den engen Straßen an den Bergwänden entlang kann man auf einer Seite gegen den Berg schauen. Auf der anderen Seite schaut man in den Wald, denn Madeira ist sehr bewaldet, zum Glück wurden die Bäume nicht gerodet, aber freie Sicht ist was anderes. Erst oben auf dem Hochplateau gab es mal freie Sicht.
  • Es wird viel von der Blumeninsel gesprochen, aber dazu reicht es, in den botanischen Garten zu gehen, und ansonsten war entweder nicht die richtige Saison, oder ich habe andernorts auch schon so viele Blumen gesehen.
  • Wer Flugangst hat, sollte besser nicht erfahren, dass der Anflug auf den Flughafen Madeira wegen der Scherwinde zu den anspruchsvollsten und gefährlichsten Anflügen überhaupt zählt. Piloten brauchen eine spezielle Ausbildung, um dort zu landen.